Charakterkopf oder liebenswerter Eigenbrödler
Sam war schon immer ein sehr introvertierter Eigenbrödler, schon
als Welpe zeigte er, dass das Spielen mit Gleichaltrigen zwar ganz
nett ist, aber auch nicht lebensnotwendig. In der Welpenspielgruppe
mobbte ihn seine Schwester ständig und er ließ sie gewähren.
Rangeleien ließen ihn kalt, ab und zu ging er schon mal dazwischen
ohne einzugreifen, er stellte sich einfach nur dazwischen.
Im Laufe der Zeit wurde seine
Gutmütigkeit doch sehr ausgenutzt, gerade die kleinen Hunde reizten
ihn manchmal bis zur Weißglut und er ließ sich nicht mehr alles
gefallen. Auch die Briardhündin, die ihm mit 4 Monaten sehr heftig
gezeigt hatte, dass sie Junghunde überhaupt nicht leiden kann, hat
ihn sehr geprägt. Diese Rasse gehört eindeutig zu denen, die er
überhaupt nicht leiden kann, auch heute noch mit seinen zehn Jahren.
Dazu gehören auch die forschen, protzigen Rüden die keinem Streit
aus dem Weg gehen, das kann dann schon mal recht heftig werden. Eine
ziemlich negative Begegnung hatte Sam als er mit Helmut im Dunkeln
am Kanal unterwegs war. Ein Rollstuhlfahrer mit seinem
Schäferhundrüden tauchte aus dem Nichts auf, der unangeleinte Rüde
stürzte sich ohne Vorwarnung auf Sam und verbiss sich in ihm. Seit
diesem Vorfall brachte er jeden Rollstuhl mit der Beißerei in
Verbindung und es kostete viel Mühe diese Verknüpfung in seinem Kopf
zu löschen.
Die schönsten Spaziergänge sind für ihn die, wo er ungestört
schnüffeln kann, ab und zu ein Ball fliegt oder Dummys zum Suchen
ausgelegt sind, ach ja und das Ganze bitteschön in Dänemark. ;-)
Ansonsten stehen diese Dinge für
Sam;
kühle Gelassenheit, stiller Beobachter und Genießer, schwer aus der
Reserve zu locken, Freund & Beschützer von Max, aber nur wenn der
nicht alleine klarkommt, inzwischen unsere "graue Eminenz", der
nicht als großer Schmuser durchgeht und auch ganz liebenswürdige
Marotten hat.
Er sammelt am Abend wenn wir
schlafen gehen, getragene Wäschestücke zusammen, die er dann auf
seinen Platz bringt. Ferner deckt er sich auch allein zu, er nimmt
seine Decke an einem Zipfel und legt sich dann darunter. Die Technik
ist schwer zu beschreiben, man muss es einfach mal gesehen haben.
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25.10.2007 Heute ist es so weit, Sam
feiert Geburtstag, der zwölfte...
Ich habe mal ein wenig in alten Bildern gekramt und bin in
Erinnerungen versunken.
Seit zwölf Jahren begleitet er uns nun schon durch' s Leben, viel
ist passiert, die Kids sind schon erwachsen und Sam, er ist immer
noch der Alte.
Ok, ein paar Einschränkungen gibt es schon, hauptsächlich die Ohren
funktionieren nicht mehr so gut, zum Glück sind aber die Augen ok,
so dass wir inzwischen viel mit Handzeichen arbeiten. Diese
Wattewelt (ich fand die Beschreibung in dem Buch "Marley und ich" so
nett) hat auch was Gutes, potenzielle Feinde werden nicht mehr
gleich wahrgenommen wenn sie angeklimpert kommen und bis er sie dann
bemerkt, sind sie meist schon wieder weg.
Bei den Runden in unserer Gegend ist er noch langsamer geworden,
jetzt im Herbst ist es besonders schlimm, jedes runtergefallene
Blatt speichert ja so viele Infos, die muss man einfach genauer
studieren. Das bringt mich oft zur Weißglut, aber ich gönne ihm auch
diese Trödelrunden. Anders sieht es aus wenn wir an den Stadtrand
oder in den Urlaub fahren, da läuft er wie früher, sicher nicht mehr
ganz so weit, aber doch recht flott.
Aber das Schönste ist, er kommt trotz seiner Arthrosen immer noch
gut in' s Auto und auch unsere Treppen schafft er noch prima und das
alles ohne jegliche Medikamente.
Ach er ist einfach ein Schatz und ich hoffe noch auf viele schöne
gemeinsam Jahre oder zumindest Monate.
Vielen Dank liebe Sabine, für diesen
wundervollen Hund!
Der Film zum 12. Geburtstag
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Seit dem 6.Februar 08 führe ich ein
Tagebuch
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14.02.08 Um 19.30 Uhr haben wir Sam
gehen lassen, noch nie ist uns etwas so schwer gefallen, wie dieser
Schritt. Er wird uns unsagbar fehlen und er hinterlässt eine große
Lücke in unserem Leben! Dieser Hund wurde unendlich von uns
geliebt... und es tut weh, dass er nicht mehr bei uns ist. Sam, wir
vermissen dich!
Worte des Trostes, eine Sammlung von lieben Worten die
uns nach Sams Tod erreichten
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